Zeitungsartikel/Japanbesuch


Juni 2005





Das Herz/Seele des Tee (cha no kokoro) ueberschreitet Grenzen
Gemaess der Aichi-Expo fand am 5. Juni eine Teezeremonie in Gifu statt. An der Teezeremonie hat Frau Shiroya, die in Deutschland Teezeremoniekultur verbreitet, teilgenommen. Im vergangenen Jahr hat Gifu in Deutschland, in Muenchen, ein Oribe-Chakai veranstaltet; Frau Shiroya als in Deutschland beschaeftigte Teewegexpertin (sado-ka) hat dabei kooperiert. Sie meinte aufgrund ihres Teezeremonieunterrrichtes in Deutschland: "Obwohl die Art und Weise des Verstaendnisses fuer Teezeremonie anfangs ein klein bisschen unterschiedlich ist, kann man Herz und Basis des Teeweges trotzdem gegenseitig verstehen. Ich moechte mich in der Zukunft gerne weiter um Kulturaustausch bemuehen."
Omotesenke-Lehrerin in Deutschland leitet eine Teeweg-Schule; dies ist Frau Shiroya
Frau Shiroya kam 1976 nach Deutschland. Vor 8 Jahren hat sie einen kleinen Teeweg-Kreis privat gegruendet. Die dortige Presse hat auch darueber berichtet. Heute sind in der Teeweg-Schule "Iori" ca. 15 Schuelerinnen und Schueler, je zur Haelfte Deutsche und Japaner. "In Deutschland ist das Interesse an Zen hoch, da die Menschen Richtlinien fuer ihr Leben suchen; dadurch kommen nicht wenige Menschen und lernen Teezeremonie. Ich beobachte, dass Leute, die einen Weg suchen, sich in den gelassenen Raum der Teezeremonie hineinbegeben und dass dadurch Muedigkeiten geheilt werden." Weiter sagte sie: "Deutsche befassen sich mit der Teezeremonie auch mit dem Verstand. Sie versuchen ernsthaft, die Basis und den Geist zu verstehen."
"Meine Aufgabe ist es, diesen Geist rationell zu uebertragen"
Die Reaktionen sind selbstverstaendlich sehr unterschiedlich. "Es gibt auch nicht wenige Leute, die etwa Kimono und Suessigkeiten schoen finden und nur vom Augenschein angezogen sind. Aber wenn man den Geist des Teeweges selbst und die Freude des Teeweges nicht geniessen kann, wird es nicht dauerhaft. Wenn die Leute dieses Verstaendnis haben und diese Freude geniessen koennen, dann studieren sie ernsthaft, bis hin zu japanischer Geschichte. Ich bin ab und zu in Deutschland erstaunt, wie es die hoechste Freude der Schueler ist, wenn der angebotene Tee mit Freude genossen wird. Deutsche halten Zurueckhaltung (Demut) und Ehrlichkeit hoch, wie auch in der Bibel geschrieben steht. Das ist Uebertragung der Teeweg-Basis. So gibt es keine Grenzen zwischen Laendern fuer den Teeweg, wie ich es empfinde. Aber die Basis des Teeweges bilden wa, kei, sei, jaku. Davon sind Ehrfurcht und Respekt fuer rationell denkende Deutsche schwer zu verstehen. Diese Denkweise rationell zu unterrichten, ist unsere Aufgabe."
Frau Shiroya, die dieser Meinung ist, hat den Traum, deutsche Schuelerinnen und Schueler nach Japan zu holen, "sie in Japan direkt die Welt des Teeweges beruehren und geniessen zu lassen; dort findet man das Herz des Teeweges in der Bewirtung und der Begegnung."

(Uebersetzung. Gifu-Zeitung vom 24.06.2005)

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